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<title>Nikolai Iwanowitsch Pirogow</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Nikolai Iwanowitsch Pirogow</span></h1>
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<p><b>Nikolai Iwanowitsch Pirogow</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Russische_Sprache" title="Russische Sprache">russisch</a></span> <span lang="ru-Cyrl" class="Cyrl" style="font-style:normal">Никола́й Ива́нович Пирого́в</span>; *&nbsp;13.&nbsp;November<sup><a href="Julianischer_Kalender" title="Julianischer Kalender">jul.</a></sup> / <span style="margin-left:-.1em"><a href="25._November" title="25. November">25.&nbsp;November</a>&nbsp;<a href="1810" title="1810">1810</a><sup><a href="Gregorianischer_Kalender" title="Gregorianischer Kalender">greg.</a></sup></span> in <a href="Moskau" title="Moskau">Moskau</a>; †&nbsp;23.&nbsp;November<sup><a href="Julianischer_Kalender" title="Julianischer Kalender">jul.</a></sup> / <span style="margin-left:-.1em"><a href="5._Dezember" title="5. Dezember">5.&nbsp;Dezember</a>&nbsp;<a href="1881" title="1881">1881</a><sup><a href="Gregorianischer_Kalender" title="Gregorianischer Kalender">greg.</a></sup></span> in Wischnja, heute zu <a href="Winnyzja" title="Winnyzja">Winnyzja</a>, <a href="Ukraine" title="Ukraine">Ukraine</a>) war ein <a href="Russisches_Kaiserreich" title="Russisches Kaiserreich">russischer</a> <a href="Chirurg" class="mw-redirect" title="Chirurg">Chirurg</a>, <a href="Anatomie" title="Anatomie">Anatom</a> und Militärarzt sowie Hochschullehrer in St. Petersburg. Er wird als Mitbegründer der <a href="Wehrmedizin" title="Wehrmedizin">Feldchirurgie</a> angesehen und gehörte zu den ersten Ärzten in <a href="Europa" title="Europa">Europa</a>, die <a href="Diethylether" title="Diethylether">Äther</a> zur <a href="Narkose" title="Narkose">Narkose</a> anwendeten. 1859 veröffentlichte er einen Anatomie-Atlas, dessen Darstellungen auf gefrorenen Schnitten eines menschlichen Körpers beruhten. Seine Arbeiten trugen wesentlich dazu bei, der <a href="Chirurgie" title="Chirurgie">Chirurgie</a> eine wissenschaftliche Basis in Form gesicherter <a href="Anatomie" title="Anatomie">anatomischer</a> Erkenntnisse und einer entsprechenden Ausbildung zu geben. Später engagierte er sich für eine Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für Frauen, Kinder, in Russland lebende Ausländer und arme Menschen. In <a href="Russland" title="Russland">Russland</a> gilt er als einer der bekanntesten Ärzte in der Geschichte des Landes.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kindheit_und_Ausbildung">Kindheit und Ausbildung</h3></div>
<p>Nikolai Pirogow wurde 1810 in <a href="Moskau" title="Moskau">Moskau</a> als Sohn eines <a href="Major" title="Major">Majors</a> geboren und war das 13. Kind seiner Eltern. Er lernte bereits früh lesen und sprach schon als Kind verschiedene Fremdsprachen. Als sein Vater 1824 starb und damit die Familie ohne Einkommen zurückließ, sollte Pirogow zunächst eine Ausbildung zum Zivilbeamten beginnen. Dem Arzt der Familie, der Professor für <a href="Anatomie" title="Anatomie">Anatomie</a> und <a href="Physiologie" title="Physiologie">Physiologie</a> an der <a href="Lomonossow-Universit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Lomonossow-Universität">Universität Moskau</a> war, gelang es jedoch ein Jahr später, für Pirogow trotz seines geringen Alters eine Zulassung zum Medizinstudium zu erreichen.
</p><p>Er entschied sich für eine Spezialisierung in <a href="Chirurgie" title="Chirurgie">Chirurgie</a>, obwohl er während seiner Zeit an der Universität nur bei zwei Operationen anwesend war und keine einzige selbst durchgeführt hatte. 1828 beendete er sein Studium erfolgreich im Alter von 17 Jahren. Er widmete sich weiteren Studien an einem Institut, an dem junge Absolventen zu Professoren ausgebildet werden sollten. Im Rahmen seiner Weiterbildung gelangte er an die <a href="Kaiserliche_Universit%C3%A4t_Dorpat" title="Kaiserliche Universität Dorpat">Kaiserliche Universität Dorpat</a> und spezialisierte sich weiter in den Bereichen Chirurgie und Anatomie. 1832 promovierte er hier, bildete sich anschließend an den Universitäten in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> und <a href="G%C3%B6ttingen" title="Göttingen">Göttingen</a> weiter<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und wurde im Alter von 26 Jahren zum Professor für Chirurgie und pathologische Anatomie an der Kaiserlichen Universität Dorpat ernannt. Diese Position hatte er bis 1840 inne.
</p><p>1842 heiratete er, seine Frau starb allerdings im Alter von 24 Jahren an Komplikationen nach der Geburt des zweiten gemeinsamen Sohnes. In zweiter Ehe war er mit der Baronin Alexandra Bistrom verheiratet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wirken_als_Arzt_und_Feldchirurg">Wirken als Arzt und Feldchirurg</h3></div>
<p>Im Jahr 1841 wurde Pirogow Professor für Chirurgie am rund 1000 Betten umfassenden Krankenhaus der <a href="Milit%C3%A4rmedizinische_Kirow-Akademie" class="mw-redirect" title="Militärmedizinische Kirow-Akademie">Akademie für Militärmedizin</a> in <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Sankt Petersburg</a>. In der Folgezeit gründete er hier ein anatomisches Institut und bildete Studenten aus, darunter <a href="Friedrich_Mering_(Mediziner)" title="Friedrich Mering (Mediziner)">Friedrich Mering</a>. Darüber hinaus widmete er sich Forschungstätigkeiten in Anatomie und <a href="Pathologie" title="Pathologie">Pathologie</a> und verbrachte insgesamt drei Jahre im Militärdienst als Armeearzt. 1847 führte er eine Narkose mit <a href="Ether" title="Ether">Schwefeläther</a> durch, ein Jahr später widmete er sich Untersuchungen zur <a href="Cholera" title="Cholera">Cholera</a>. Von 1852 bis 1859 erarbeitete er einen Anatomie-Atlas, der 1859 unter dem Titel <i>Topographische Anatomie des menschlichen Körpers, mit Durchschnitten gefrorener Kadaver illustriert</i> veröffentlicht wurde und rund 220 Abbildungen enthielt.
</p><p>1852 gelang ihm als einem von wenigen Ärzten weltweit die erfolgreiche Behandlung eines <a href="Aneurysma" title="Aneurysma">Aneurysmas</a> des <a href="Truncus_brachiocephalicus" title="Truncus brachiocephalicus">Truncus brachiocephalicus</a>. Dabei handelt es sich um eine krankhafte starke Erweiterung eines am <a href="Aortenbogen" title="Aortenbogen">Aortenbogen</a> beginnenden Blutgefäßstamms, die unbehandelt in nahezu allen Fällen durch einen spontanen Riss zum Tod führt. Während eine operative Behandlung eines solchen Aneurysmas heutzutage eine chirurgische Standardtechnik ohne größere Risiken ist, stellte sie zur damaligen Zeit eine der anspruchsvollsten Operationen dar.
</p><p>Im Dezember 1854 begann er auf eigenen Wunsch, im Rahmen des <a href="Krimkrieg" title="Krimkrieg">Krimkrieges</a> erneut als Militärarzt zu arbeiten. Aufgrund seiner Tätigkeit während dieses Krieges gilt er als Begründer der Feldchirurgie. Er führte unter anderem <a href="Gipsverband" title="Gipsverband">Gipsverbände</a> zur Stabilisierung von <a href="Knochenbruch" title="Knochenbruch">Knochenbrüchen</a> in die Chirurgie ein und entwickelte eine nach ihm benannte als <a href="Pirogoff-Amputation" title="Pirogoff-Amputation">Pirogoff-Operation</a> bezeichnete Technik zur <a href="Amputation" title="Amputation">Amputation</a> eines Fußes. Auch die moderne Narkose mit einem Inhalationsanästhetikum wurde von ihm erstmals als Standardbehandlung bei Operationen im Feld eingesetzt. Die heute als <a href="Triage" title="Triage">Triage</a> bezeichnete abgestufte Behandlung einer großen Zahl an Verwundeten mit einer Einteilung in fünf Schweregrade geht ebenfalls auf ihn zurück. Er maß darüber hinaus der Ausbildung von Pflegekräften große Bedeutung bei und setzte sich, ähnlich dem Wirken von <a href="Florence_Nightingale" title="Florence Nightingale">Florence Nightingale</a>, für die Bildung von organisierten Freiwilligenkorps aus Krankenschwestern ein.
</p><p>Im Krimkrieg erkannte er, dass jeder Krieg als eine „traumatische Epidemie“ betrachtet werden kann; wie bei großen Epidemien fehle es auch im Kriege an Hilfe leistenden Händen und noch mehr an denkenden Köpfen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rückzug_und_Ruhestand"><span id="R.C3.BCckzug_und_Ruhestand"></span>Rückzug und Ruhestand</h3></div>
<p>1856 kehrte Pirogow nach Sankt Petersburg zurück. Unzufrieden mit den Zuständen an der Akademie zog er sich dauerhaft aus der Ausbildung und der Arbeit im Krankenhaus zurück. Im gleichen Jahr veröffentlichte er eine Schrift, in der er Einschränkungen für Arme sowie für die in Russland lebenden Ausländer bei der medizinischen Ausbildung verurteilte und darüber hinaus die Zulassung von Frauen zum Studium unterstützte. Auch eine frühe Spezialisierung lehnte er ab und forderte stattdessen eine umfassende Primärbildung für alle Bevölkerungsschichten sowie eine Ausweitung des sekundären Bildungsbereiches. Kurze Zeit später wurde er <a href="Kurator" title="Kurator">Kurator</a> für schulische Angelegenheiten für den Süden Russlands, 1858 übernahm er aufgrund von Differenzen mit dem Generalgouverneur von <a href="Odessa" title="Odessa">Odessa</a> das gleiche Amt in <a href="Kiew" title="Kiew">Kiew</a>. Drei Jahre später setzte er sich auf seinem Anwesen im Süden der <a href="Ukraine" title="Ukraine">Ukraine</a> zur Ruhe und war dort ehrenamtlich als <a href="Schiedsamt" class="mw-redirect" title="Schiedsamt">Friedensrichter</a> tätig. Darüber hinaus behandelte er die in der Umgebung lebenden Bauern.
</p>

<p>Im Jahr 1862 wurde er zum Leiter einer Delegation ernannt, die im Ausland die Ausbildung russischer Studenten begutachten sollte. Nachdem <a href="Giuseppe_Garibaldi" title="Giuseppe Garibaldi">Giuseppe Garibaldi</a>, eine der populärsten Persönlichkeiten der als <a href="Risorgimento" title="Risorgimento">Risorgimento</a> bezeichneten Bewegung für einen unabhängigen <a href="Italien" title="Italien">italienischen</a> Nationalstaat, im August 1862 in einer Schlacht schwer verwundet wurde, gelang es Pirogow, ihn während eines Aufenthalts in Italien erfolgreich zu behandeln. Im Jahr 1865 wirkte er an der Gründung der <a href="Nationale_I._I._Metschnikow_Universit%C3%A4t_Odessa" class="mw-redirect" title="Nationale I. I. Metschnikow Universität Odessa">Neurussischen Universität</a> in <a href="Odessa" title="Odessa">Odessa</a> mit. Anschließend zog er sich erneut auf sein Anwesen zurück, das er nur noch zweimal für längere Zeit verließ. Im Jahr 1870 besuchte er als Repräsentant der russischen Gesellschaft zur Pflege verwundeter und kranker Krieger die Schlachtfelder des <a href="Deutsch-Franz%C3%B6sischer_Krieg" title="Deutsch-Französischer Krieg">Deutsch-Französischen Krieges</a> und inspizierte die Feldhospitäler der beiden Konfliktparteien. Sieben Jahre später war er im <a href="T%C3%BCrkenkriege" title="Türkenkriege">Russisch-Türkischen Krieg</a> erneut als Feldchirurg tätig. In seinen 1856 auf Russisch und 1894 auf Deutsch erschienenen <a href="Memoiren" title="Memoiren">Memoiren</a> „Lebensfragen. Tagebuch eines alten Arztes“ legte er unter anderem seine Ansichten zum russischen Bildungssystem dar und distanzierte sich aus moralischen Gründen deutlich von den zahlreichen <a href="Tierversuch" title="Tierversuch">Tierversuchen</a>, die er als junger Chirurg durchgeführt hatte.
</p><p>Am 24. Mai 1881 trat Pirogow zum letzten Mal in der Öffentlichkeit auf, als er in Moskau anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Beginns seiner wissenschaftlichen Laufbahn geehrt wurde. Im Dezember des gleichen Jahres starb er an <a href="Pharynxkarzinom" title="Pharynxkarzinom">Rachenkrebs</a>. Auf Wunsch seiner Witwe wurde in Winnyzja eine Familienkapelle mit <a href="Mausoleum" title="Mausoleum">Mausoleum</a> errichtet und Pirogows Leichnam <a href="Einbalsamierung" title="Einbalsamierung">einbalsamiert</a>. Eine ähnliche Konservierungsmethode wurde vierzig Jahre später auch bei Lenin angewandt, allerdings war Pirogows Verfahren dauerhafter. Noch heute ist der gut erhaltene Leichnam von Pirogow in Winnyzja für die Öffentlichkeit zugänglich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auszeichnungen_und_Würdigung"><span id="Auszeichnungen_und_W.C3.BCrdigung"></span>Auszeichnungen und Würdigung</h2></div>
<p>Pirogow war ab 1846 korrespondierendes Mitglied der <a href="Russische_Akademie_der_Wissenschaften" title="Russische Akademie der Wissenschaften">Russischen Akademie der Wissenschaften</a> und erhielt in den Jahren 1840, 1844, 1851 und 1860 den von der Akademie verliehenen <a href="Demidow-Preis" title="Demidow-Preis">Demidow-Preis</a>. Ab 1856 war er Mitglied der <a href="Deutsche_Akademie_der_Naturforscher_Leopoldina" title="Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina">Leopoldina</a><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und 1881 wurde er zum <a href="Ehrenb%C3%BCrger" title="Ehrenbürger">Ehrenbürger</a> der Stadt Moskau ernannt. Vier Jahre nach seinem Tod kam es zur Gründung der Pirogow-Gesellschaft russischer Ärzte, deren vorrangiges Ziel eine Verbesserung der medizinischen Ausbildung und Versorgung in Russland war.
Die Bedeutung des Wirkens von Pirogow im Bereich der Medizin und für das russische Bildungswesen wird über die heutigen Landesgrenzen Russlands hinaus bis in die Gegenwart in vielfältiger Weise gewürdigt. Auf seinem ehemaligen Wohnsitz in <a href="Winnyzja" title="Winnyzja">Winnyzja</a> befindet sich seit 1947 ein <a href="Museum" title="Museum">Museum</a> und in dessen Nähe die als <a href="Mausoleum" title="Mausoleum">Mausoleum</a> genutzte Familienkapelle, in welcher der gut erhaltene Leichnam Pirogows für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das größte notfallmedizinische Zentrum der bulgarischen Hauptstadt <a href="Sofia" title="Sofia">Sofia</a> sowie das Dorf in der Ukraine, in dem sich Pirogow zur Ruhe gesetzt hatte, tragen heute seinen Namen, ebenso wie die Staatliche Medizinische Universität Winnyzja sowie der im August 1976 vom russischen Astronomen <a href="Nikolai_Stepanowitsch_Tschernych" title="Nikolai Stepanowitsch Tschernych">Nikolai Tschernych</a> entdeckte <a href="Asteroid" title="Asteroid">Asteroid</a> <a href="(2506)_Pirogov" title="(2506) Pirogov">(2506) Pirogov</a>.
Seit 2009 ist er Namensgeber für den <a href="Pirogow-Gletscher" title="Pirogow-Gletscher">Pirogow-Gletscher</a> auf der <a href="Brabant-Insel" title="Brabant-Insel">Brabant-Insel</a> in der <a href="Antarktis" title="Antarktis">Antarktis</a>.
</p><p>Auch Medizinische Hochschulen in Moskau (die heutige <a href="Russische_Staatliche_Medizinische_Universit%C3%A4t" title="Russische Staatliche Medizinische Universität">Russische Staatliche Medizinische Universität</a>) und Odessa (die heutige <a href="Staatliche_Medizinische_Universit%C3%A4t_Odessa" class="mw-redirect" title="Staatliche Medizinische Universität Odessa">Staatliche Medizinische Universität Odessa</a>) waren bis zu den Umgestaltungen des universitären Bildungssystems in Russland beziehungsweise der Ukraine in den 1990er Jahren nach ihm benannt. 1949 und zum 150. Jubiläum seines Geburtstages im Jahr 1960 erschienen in der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> <a href="Briefmarke" title="Briefmarke">Briefmarken</a> mit einem Abbild von Nikolai Pirogow. Die höchste Auszeichnung der Sowjetunion für humanitäre Aktivitäten war die Pirogow-Goldmedaille. Sie wird gegenwärtig von der <a href="Russische_Akademie_der_Wissenschaften" title="Russische Akademie der Wissenschaften">Russischen Akademie der Wissenschaften</a> für herausragende Leistungen in der Medizin verliehen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Kennzeichnend für sein Wirken und beispielgebend war eine enge Verbindung von anatomischer Forschung und chirurgischer Praxis, da er detaillierte Kenntnisse der Anatomie als wissenschaftliche Basis und damit als Grundvoraussetzung für Erfolge in der Chirurgie betrachtete. In der Medizin wurden deshalb neben der von ihm entwickelten Technik zur Fußamputation, die teilweise noch heute Anwendung findet, auch einige anatomische Strukturen nach ihm benannt. Hierzu zählt der <a href="Venenwinkel" title="Venenwinkel">Venenwinkel</a> (<i>Angulus venosus</i>), der Zusammenfluss der <a href="Vena_jugularis_externa" title="Vena jugularis externa">Vena jugularis externa</a>, der <a href="Vena_jugularis_interna" title="Vena jugularis interna">Vena jugularis interna</a> und der <a href="Vena_subclavia" title="Vena subclavia">Vena subclavia</a>, der in der englischsprachigen Literatur die Bezeichnung <i>Pirogoff angle</i> trägt. Die <a href="Aponeurose" title="Aponeurose">Aponeurose</a> des <a href="Musculus_biceps_brachii" title="Musculus biceps brachii">Bizepsmuskels</a>, eine Struktur aus <a href="Bindegewebe" title="Bindegewebe">Bindegewebe</a> an dessen Ansatz, heißt im englischen Sprachraum <i>Pirogoff aponeurosis</i>. Der dreieckige Bereich zwischen dem <a href="Musculus_mylohyoideus" title="Musculus mylohyoideus">Kieferzungenbeinmuskel</a>, der <a href="Zwischensehne" title="Zwischensehne">Zwischensehne</a> des <a href="Musculus_digastricus" title="Musculus digastricus">zweibäuchigen Muskels</a> und dem <a href="Nervus_hypoglossus" title="Nervus hypoglossus">Nervus hypoglossus</a> (XII. Hirnnerv) wird als Pirogoff-Dreieck (englisch <i>Pirogoff triangle</i>) bezeichnet.
</p><p>Pirogows Wirken war Gegenstand des Films Пирогов (<i>Pirogow</i>, 1947) von <a href="Grigori_Michailowitsch_Kosinzew" title="Grigori Michailowitsch Kosinzew">Grigori Kosinzew</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Namensschreibweise">Namensschreibweise</h2></div>
<p>Die <a href="Russische_Sprache" title="Russische Sprache">russische</a> Schreibweise seines Namens lautet „<span lang="ru-Cyrl" class="Cyrl">Николай Иванович Пирогов</span>“. Für seinen Familiennamen ist neben den Formen „Pirogow“ und „Pirogov“, die auf den gegenwärtig üblichen Konventionen zur <a href="Transkription_(Schreibung)" title="Transkription (Schreibung)">Transkription</a> russischer Namen in die <a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">deutsche</a> beziehungsweise die <a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englische Sprache</a> basieren, vor allem in älteren Veröffentlichungen und im medizinischen Sprachgebrauch auch die Umschrift „Pirogoff“ zu finden. Sein Vorname wird in einigen älteren deutschsprachigen Werken wie beispielsweise der vierten Auflage von <a href="Meyers_Konversations-Lexikon" title="Meyers Konversations-Lexikon">Meyers Konversations-Lexikon</a> als „Nikolaus“ angegeben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schriften_(Auswahl)"><span id="Schriften_.28Auswahl.29"></span>Schriften (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Klinische Chirurgie.</i> Leipzig 1851–1854.</li>
<li><i>Topographische Anatomie des menschlichen Körpers, mit Durchschnitten gefrorener Kadaver illustriert.</i> Sankt Petersburg 1859.</li>
<li><i>Chirurgische Anatomie der Arterienstämme und Fascien.</i> Neu bearbeitet von <a href="Julius_Szymanowski" class="mw-redirect" title="Julius Szymanowski">Julius Szymanowski</a>. Mit 50 Abbildungen nach der Natur gezeichnet von <a href="Georg_Friedrich_Schlater" title="Georg Friedrich Schlater">F. Schlater</a>, lithographirt von C. Schmiedel. C. F. Winter, Leipzig / Heidelberg 1860 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10369182_00005.html?zoom=1.55">reader.digitale-sammlungen.de</a>).</li>
<li><i>Grundzüge der allgemeinen Kriegschirurgie.</i> Leipzig 1864.</li>
<li><i>Bericht über die Militärsanitätsanstalten in Deutschland, Lothringen und Elsaß.</i> Leipzig 1871.</li>
<li><i>Das Kriegssanitätswesen und die Privathilfe auf dem Kriegsschauplatz in Bulgarien 1877–78.</i> Leipzig 1882.</li>
<li><i>Lebensfragen. Tagebuch eines alten Arztes.</i> (<i><a href="Bibliothek_russischer_Denkw%C3%BCrdigkeiten" title="Bibliothek russischer Denkwürdigkeiten">Bibliothek russischer Denkwürdigkeiten</a></i>, Bd. 3) Cotta, Stuttgart 1894 <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/bibliothekrussi03schigoog/page/n8/mode/2up">Digitalisat</a> (deutsche Ausgabe; im russischen Original Sankt Petersburg 1856).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.retrobibliothek.de/retrobib/schlagwort.html?werk=Meyers&amp;bandnr=13&amp;seitenr=0085&amp;wort=Pirogow"><i>Pirogow, Nikolaus</i>.</a> In: <i><a href="Meyers_Konversations-Lexikon" title="Meyers Konversations-Lexikon">Meyers Konversations-Lexikon</a>.</i> 4.&nbsp;Auflage. Band&nbsp;13, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S.&nbsp;85.</li>
<li><cite style="font-style:italic">Pirogow, Nikolaj</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Brockhaus_Konversations-Lexikon" class="mw-redirect" title="Brockhaus Konversations-Lexikon">Brockhaus Konversations-Lexikon</a></cite>. 14. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>13</span>: <i>Perugia – Rudersport</i>. Brockhaus, Leipzig 1895, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>162</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?werk=Brockhaus&amp;id=132799&amp;imageview=true">retrobibliothek.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Nikolai+Iwanowitsch+Pirogow&amp;rft.atitle=Pirogow%2C+Nikolaj&amp;rft.btitle=Brockhaus+Konversations-Lexikon&amp;rft.date=1895&amp;rft.edition=14.&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=162&amp;rft.place=Leipzig&amp;rft.pub=Brockhaus&amp;rft.volume=Band+13%3A+Perugia+-+Rudersport" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><cite class="lang" lang="sv" dir="auto" style="font-style:italic">Pirogov, Nikolai</cite>. In: Theodor Westrin, Ruben Gustafsson Berg (Hrsg.): <cite class="lang" lang="sv" dir="auto" style="font-style:italic"><a href="Nordisk_familjebok" title="Nordisk familjebok">Nordisk familjebok konversationslexikon och realencyklopedi</a></cite>. 2. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>21</span>: <i>Papua–Posselt</i>. Nordisk familjeboks förlag, Stockholm 1915, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>932</span> (schwedisch, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://runeberg.org/nfca/0518.html">runeberg.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Nikolai+Iwanowitsch+Pirogow&amp;rft.atitle=Pirogov%2C+Nikolai&amp;rft.btitle=Nordisk+familjebok+konversationslexikon+och+realencyklopedi&amp;rft.date=1915&amp;rft.edition=2&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=Stockholm&amp;rft.pub=Nordisk+familjeboks+f%C3%B6rlag&amp;rft.volume=Band+21%3A+Papua-Posselt" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://drw.saw-leipzig.de/30801.html"><i>Pirogov, Nikolaj Ivanovič</i>.</a> In: <i>Personendatenbank zum Vorhaben „Wissenschaftsbeziehungen im 19. Jahrhundert zwischen Deutschland und Russland auf den Gebieten Chemie, Pharmazie und Medizin“ bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.</i></li>
<li>Antonia Kostretska: Nikolai Iwanowitsch Pirogow (1810–1881). Wegbereiter der modernen Medizin (Микола Іванович Пирогов. Піонер сучасної медицини). Epubli Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-7598-0127-2.</li>
<li>Antonia Kostretska: Nikolai Iwanowitsch Pirogow (1810–1881). Wegbereiter der modernen Medizin. Epubli, Berlin 2024, ISBN 978-3-7598-0123-4, ISBN 978-3-7598-0125-8.</li>
<li>Olga Malakhova: <i>Nikolay Ivanovich Pirogoff (1810–1881).</i> In: <i>Clinical Anatomy</i>, 17/2004. Wiley-Liss, S. 369–372, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220897-3806%22&amp;key=cql">0897-3806</a></span></span>.</li>
<li>Ilya Voloshin, Philip M. Bernini: <i>Nickolay Ivanovich Pirogoff: Innovative Scientist and Clinician.</i> In: <i>Spine.</i> 23(19)/1998, S. 2143–2146. Lippincott Williams &amp; Wilkins, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220362-2436%22&amp;key=cql">0362-2436</a></span></span>.</li>
<li>Nikolai Ivanovich Pirogov: <i>Questions of Life: Diary of an Old Physician.</i> Science History Publications, Sagamore Beach MA 1992, ISBN 0-88135-061-3.</li>
<li>Michael Sachs: <i>Geschichte der operativen Chirurgie. Bd. 3. Historisches Chirurgenlexikon. Ein biographisch-bibliographisches Handbuch bedeutender Chirurgen und Wundärzte.</i> Heidelberg 2002, 306–318.</li>
<li>Erich Hesse: <i>Nikolai Pirogow.</i> In: <i>Der Chirurg.</i> – Zeitschrift für alle Gebiete der operativen Medizin, 2 (1930), S. 124–129.</li>
<li>Anatolij Michajlovič Geselevič, Efim Ivanovič Smirnov: <i>Nikolaj Ivanovič Pirogov. Naučno-biografičeskij očerk.</i> Moskva 1960.</li>
<li>Vladimir Akimovič Volkov, Marina Vladimirovna Kulikova: <i>Rossijskaja professura.</i> XVIII – načalo XX vv. Biologičeskie i mediko-biologičeskie nauki. Biografičeskij slovar’. Sankt-Peterburg 2003, S. 349–350.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Nikolay_Ivanovich_Pirogov?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Nikolay Ivanovich Pirogov</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern und Videos</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=118984373">Literatur von und über Nikolai Iwanowitsch Pirogow</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Mitgliedseintrag von <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.leopoldina.org/mitgliederverzeichnis/mitglieder/member/Member/show/nicolai-i-von-pirogoff/">Nicolai I. von Pirogoff</a></i> bei der <a href="Deutsche_Akademie_der_Naturforscher_Leopoldina" title="Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina">Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina</a>, abgerufen am 10.&nbsp;August 2015.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ras.ru/about/awards/awdlist.aspx?awdid=185"><i>N. I. Pirogow-Goldmedaille.</i></a> <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Russische_Sprache" title="Russische Sprache">russisch</a></span> <span lang="ru-Cyrl" class="Cyrl" style="font-style:normal">Большая золотая медаль РАН имени Н.И. Пирогова</span>. Russische Akademie der Wissenschaften,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 1.&nbsp;Mai 2018</span> (russisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ANikolai+Iwanowitsch+Pirogow&amp;rft.title=N.+I.+Pirogow-Goldmedaille&amp;rft.description=N.+I.+Pirogow-Goldmedaille&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.ras.ru%2Fabout%2Fawards%2Fawdlist.aspx%3Fawdid%3D185&amp;rft.publisher=Russische+Akademie+der+Wissenschaften&amp;rft.language=ru">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.kino-teatr.ru/kino/movie/sov/5130/annot/">Filmdaten zu Пирогов (1947)</a> auf <i>kino-teatr.ru</i> (russisch), abgerufen am 26. Juli 2020</span>
</li>
</ol>

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